Warum diese Studie?
Die Schweizer Web-Studie untersucht, welche technischen Grundlagen Schweizer Websites für Suchmaschinen und KI-Systeme bereitstellen. Können diese erkennen, wer hinter einer Website steht und was sie anbietet? Gibt es klare Überschriften und Seitenbeschreibungen? Und legt die Website fest, welche automatisierten Programme ihre Inhalte abrufen dürfen?
Untersucht wurden 2'459'124 .ch-Domains aus der Domainliste von SWITCH. Davon waren 1'742'537 aktiv. Für 1'463'577 Websites konnte eine erfolgreich geladene Seite ausgewertet werden. Das entspricht dem technischen Status HTTP 200. Auf diese auswertbaren Websites beziehen sich die Ergebnisse, sofern keine andere Vergleichsbasis angegeben ist.
Die Studie erfasst öffentlich sichtbare technische Merkmale. Sie bewertet weder die Qualität einzelner Unternehmen noch, ob ein KI-System eine Website empfiehlt oder zitiert.
Wichtigste Ergebnisse
- Kaum eine Website steuert, welche KI-Systeme ihre Inhalte lesen dürfen. Nur 2,1% blockieren mindestens einen untersuchten KI-Crawler (wie GPTBot oder ClaudeBot) per robots.txt. 97,9% enthalten keine solche explizite Sperre.
- Nur wenige Websites erklären KI-Systemen, wer sie sind und was sie anbieten. 15,2% haben eine llms.txt, eine Datei für genau diesen Zweck. Davon sind jedoch 33,9% automatisch von Wix erzeugte Standarddateien. Nach Abzug dieser erkannten Automatik bleiben 10,1%.
- Wenige Websites liefern Suchsystemen maschinenlesbare Informationen zu Unternehmen oder Angeboten. 25,2% verwenden strukturierte Daten, aber nur 2,7% enthalten geschäftsrelevante Typen wie Firmenadresse oder Produktangebote.
- Grundlegende Seitenbeschreibungen fehlen bei der Mehrheit. 56,2% haben keine Meta-Description, den Kurztext, der in Suchergebnissen erscheint. 55,9% haben keine Hauptüberschrift (H1) und 19,1% kein HTTPS.
- Jede fünfte Website ist nicht für Mobilgeräte vorbereitet. 22,5% der analysierbaren .ch-Websites haben kein Viewport-Meta-Tag, ein grundlegendes Signal für die Darstellung auf Smartphones.
Fazit
Das Schweizer Web ist auf die KI-Suche noch unzureichend vorbereitet. Viele .ch-Websites sind zwar erreichbar, erklären im Code aber zu selten, wer hinter der Website steht, was angeboten wird und ob KI-Crawler die Inhalte nutzen dürfen. Die grössten Lücken liegen bei einfachen Grundlagen: verständliche Seitenbeschreibungen, klare Überschriften, mobile Darstellung, strukturierte Daten und explizite Regeln für KI-Crawler.
Hinweis zur Einordnung: Diese Studie misst technische Signale, keine Qualität einzelner Websites. Sie zeigt, welche Merkmale im HTML, in der robots.txt und in der llms.txt erkennbar waren. Sie misst nicht, wie einzelne KI-Systeme diese Signale gewichten oder ob sie eine Website tatsächlich zitieren.
Datenstand: 22. April 2026. → Methodik & Grenzen
Alle Prozentwerte in dieser Studie beziehen sich auf die 1'463'577 analysierbaren Websites. Prozentwerte sind auf eine Dezimalstelle gerundet.
Presse
- 2'459'124 .ch-Domains gescannt, 1'463'577 mit HTTP 200 ausgewertet
- 97,9% der Websites enthalten keine explizite Sperre der untersuchten KI-Crawler in der robots.txt
- Nur 10,1% haben eine llms.txt ohne erkannte Automatik
- Nur 2,7% haben geschäftsrelevante strukturierte Daten